Es kommt Bewegung in den Neumarkt: Alexander Lindhorst von der Lindhorst-Gruppe und die Rosco-Unternehmensgruppe sollen nach Auskunft des OB Griesert das umstrittene Areal am Neumarkt gekauft haben. Die Jusos Osnabrück-Stadt zeigen sich allerdings erschrocken über die Verbindungen der Lindhorst-Gruppe zur AfD.
Aufsichtsratsvorsitzender der Lindhorst-Gruppe – wenn auch nicht direkter Käufer des Neumarktgebiets – ist Jürgen Lindhorst. „Verschiedene Berichte über Herrn Lindhorst geben jedoch Anlass zur Sorge, dass sein Wertekompass nicht mit dem der Friedensstadt Osnabrück kompatibel ist“, so Sophie Haas, Mitglied des Juso-Vorstandes. Schon im Buch der renommierten Journalist*innen Andrea Röpke und Andreas Speit „Völkische Landnahme“ fällt Jürgen Lindhorst auf. So warnt in dem Buch ein Winsener Bürger: »Da Lindhorst die finanziellen Mittel hat, die Politik nach seinen Vorstellungen zu beeinflussen, was er in der Vergangenheit in Winsen auch schon praktiziert hat, ist hier höchste Wachsamkeit geboten.« Der Aufsichtsratsvorsitzende ist unter anderem damit aufgefallen, dass er an seinem Grundstück ein Wehrmachtssymbol an der Straße zur Gedenkstätte des Konzentrationslagers Bergen-Belsen auf einen Findling angebracht hat. Zudem hat er Björn Höcke, der gerichtlich bestätigt als Faschist bezeichnet werden darf, zu einem „privaten politischen Abend“ eingeladen, da „Höckes Vita und seine Einstellungen zu Familie und traditionell deutschen Werten ihn beeindruckt hätten“. Des Weiteren hat Jürgen Lindhorst laut einem Bericht der Thüringer Zeitung mit der AfD Thüringen versucht eine Firma zu gründen, um diese beim Wahlkampf zu unterstützen. In einem Beitrag des Portals „Hallo Meinung” äußert sich Lindhorst außerdem zum Thema Meinungsfreiheit, die seiner Ansicht nach in Deutschland inzwischen gefährdet sei – ein Narrativ, welches auch viele Vertreter*innen der AfD ohne jede Grundlage verbreiten. Auch bekundet Jürgen Lindhorst seinen Willen das Portal “Hallo Meinung” finanziell zu unterstützen, obwohl sich offen und nachweislich Rechtsradikale wie die Identitäre Bewegung mit diesem neurechten Medium solidarisieren und dort auftreten. „Grundsätzlich begrüßen wir es, wenn endlich eine positive Veränderung am Neumarkt eintritt. Aber: Jürgen Lindhorst sucht eindeutig die Nähe zum rechten Flügel der AfD und äußert sich zudem abfällig über Geflüchtete. Als Aufsichtsratsvorsitzender profitiert er ebenso von Geschäften der Lindhorst-Gruppe. Er ist vielleicht nicht mehr im operativen Geschäft tätig, aber sein Konterfei ist auf der Firmenwebsite sofort zu sehen. Eine Distanzierung der Lindhorstgruppe ist daher überhaupt nicht erkennbar, im Gegenteil.”, erläutert das Vorstandsmitglied Leonie Hunsche. „Dazu darf die Friedensstadt Osnabrück nicht beitragen. Wir fordern nicht nur eine eindeutige Distanzierung der Lindhorst-Gruppe von ihrem Aufsichtsratsvorsitzenden, sondern auch seine Entlassung, damit die Beteuerungen von Alexander Lindhorst nicht nur leere Worthülsen sind.“, ergänzt Nico Möller, stellvertretender Landesvorsitzender der Jusos. „Bevor die Verbindungen zur AfD seitens der Lindhorst-Gruppe nicht eindeutig ausgeräumt sind, sollte es keine weiteren Verhandlungen der Friedensstadt Osnabrück mit der Gruppe geben.“, führt David Olef, Sprecher der Jugendorganisation, aus.

 

 

Quellen zur Pressemitteilung:
Jürgen Lindhorst Aufsichtsratsvorsitzender und auf der Startseite zu sehen

Jürgen Lindhorst lädt Björn Höcke ein

Jürgen Lindhorst zeigt Wehrmachtssymbol auf der Straße zur Gedenkstätte Bergen-Belsen

Jürgen Lindhorst hat versucht eine Firma mit der Thüringer AfD zu gründen

Jürgen Lindhorst im Interview mit dem rechten Medium “Hallo Meinung”

Recherche zu dem Medium “Hallo Meinung”

Zitiertes Buch zu finden bei der Bundeszentrale für politische Bildung


1 Kommentar

Jusos, Grüne Jugend und Linke positionieren sich gegen den Neumarkt-Investor. + Bannerdrop am Neumarkt. – Osnabrück Alternativ · 8. Januar 2021 um 12:41

[…] Januar 2021. Bereits kurz vor Weihnachten veröffentlichten die Jusos den Bericht „Keine Deals solange Jürgen Lindhorst im Amt ist – keine Geschäfte mit Unterstützern von …. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Lindhorst Gruppe, Jürgen Lindhorst, steht im Verdacht mit der […]

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