Die Jusos Osnabrück-Stadt kritisieren die pauschalisierenden Äußerungen, die über Osnabrückerinnen und Osnabrücker verschiedener Nationalitäten während der Veranstaltung der “Osnabrücker Friedensgespräche” am Mittwoch geäußert wurden.

“Für uns ist es unverständlich wieso sich in einer Veranstaltung, die sich mit Lösungen beschäftigen soll, in so einer diffamierenden Art und Weise über Menschen geäußert wird. Es trägt nicht zur Verständigung bei, wenn pauschalisierend über die “Bulgaren”, “Rumänen” und Menschen aus Eritrea und Somalia gesprochen wird”, kritisiert Melora Felsch, Vorsitzende der Jusos Osnabrück-Stadt, die Äußerungen von Fritz Brickwedde (CDU) und Dirk Hilbert (FDP).

“Es ist schon merkwürdig genug, dass bei einer Veranstaltung, bei der es um Integration geht, keine einzige Person auf dem Podium sitzt, die selbst eine Zuwanderungsgeschichte hat. Hier fehlte eindeutig die Perspektivenvielfalt.Wenn über Integration gesprochen wird, sollte mit Personen, die eine Zuwanderungsgeschichte haben, gesprochen werden, nicht über sie”, ergänzt David Olef, Vorsitzender der Jusos Osnabrück-Stadt.

Es sei möglich Probleme im Stadtviertel zu diskutieren, ohne gleich einen Kausalzusammenhang mit einer Nationalität herzustellen. “Integrationsschwierigkeiten werden oft auf die Nationalität oder vermeintliche Kultur von Personen geschoben, ohne sich tiefergehend damit zu beschäftigen, wo Ursachen für ein konflikthaftes Zusammenleben bestehen.”, so Benno Bals, stellvertretender Vorsitzender der Jusos Osnabrück.

“Das Projekt “Soziale Stadt” ist beispielsweise eine gute Möglichkeit, um gemeinsam vor Ort mit allen Gruppen gemeinsam die Probleme im Schinkel anzugehen. Die Jusos Osnabrück-Stadt werden sich nach der Sommerpause in einem Vorortbesuch in Quakenbrück mögliche Erfolgsfaktoren und -konzepte für eine gelungene Integration informieren”, so Patrick Kunze, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Bildung.

“Integration ist keine Einbahnstraße! Viele Umfragen zeigen immer wieder, dass in der deutschen Bevölkerung nach wie vor viele Vorurteile gegenüber Zuwanderung und bestimmten Religionen, wie u.a. dem Islam, vorherrschen. Weitere Pauschalisierungen durch unsere Politikerinnen und Politiker helfen deshalb nicht, eben diese Vorurteile abzubauen und gemeinsam an Problemen zu arbeiten”, verweist Patrick Kunze auf die aktuelle Studienlage.

“Die Union zeigt uns damit wieder einmal, dass sie nicht nur in Person ihres Innenministers immer wieder gerne diese Vorurteile bedient”, schließt Sabrina Rosemann, stell. Vorsitzende der Jusos Osnabrück.

Von MrsMyerSelbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, Link