Das Frauen*forum der Jusos-Osnabrück nahm am 05.01.2019 an dem landesweiten Juso-Frauen*vernetzungstreffen teil. Was an dem Tag passiert ist und was es mit dem Bus auf sich hat, erfahrt ihr in diesem Bericht.

„Was erwartet uns heute bei der Frauen*vernetzung?“, fragten wir uns am Samstagmorgen als wir startbereit um 9 Uhr am Osnabrücker Hauptbahnhof standen und auf unseren Zug nach Hannover warteten. Wir – das waren Dana, Jana, Antje, Sabrina, Lina und Melora. Wir sind Teil des Osnabrücker Frauen*forums, das sich gegründet hat, um den Juso-Frauen* in Osnabrück einen geschützten Raum für gegenseitiges Empowerment und Unterstützung zu bieten.
Wir freuten uns auf den Austausch mit anderen Genossinnen* aus ganz Niedersachsen, um gemeinsam Ideen zu sammeln, wie wir die SPD und die Jusos verändern können.
In Hannover angekommen, wurden wir herzlich von den Organisatorinnen* und Landesvorsitzenden der Jusos Niedersachsen, Amy Selbig, Lisa Reinke und Lisa Hoffmann, begrüßt. Das Trio führte uns mit viel Engagement durch den Tag und sorgte – laut einstimmigen Feedback am Ende – für eine tolle Atmosphäre. Neben uns Osnabrückerinnen fanden sich noch ca. 25 andere Genossinnen* aus den Regionen Hannover, Braunschweig, Verden und Cloppenburg im Kurt-Schumacher Haus in Hannover ein.
Nach ausgiebigen Kennenlernspielen, die durch viel Lachen begleitet wurden, durften wir einmal richtig „meckern“ – über die Jusos, die Partei und die Gesellschaft. Auf Karten schrieben wir uns unseren Ärger vom Leib. In der Auswertungsrunde wurde klar: viele sind von männlich dominantem Redeverhalten genervt und dass Feminismus und Antidiskriminierung als Themen oft nicht ernst genommen und nur halbherzig betrieben werden. Gesamtgesellschaftlich zeigte sich, dass Frauen* und ihre Leistung oft abgewertet werden und Alltagssexismus das Leben vieler von uns prägt.
Die berechtigte Wut über die bestehenden Verhältnisse wurden ausführlich beim anschließenden Mittagessen weiter diskutiert und vertieft.
Aber wir verblieben nicht beim „Meckern“ – nach dem Mittagessen widmeten wir uns den Lösungen. An drei verschiedenen Stationen konnte sich jede Teilnehmerin* darüber Gedanken machen, wie sie die Probleme bei den Jusos, in der Partei und in der Gesellschaft lösen wolle. Die Vielzahl der Vorschläge kann hier nicht dargestellt werden, aber alle waren sich darin einig, dass vor allem die Strukturen geändert werden müssen.
Wir müssen vor allem bei uns selbst anfangen: Frauen* sollen sich gegenseitig unterstützen und sich nicht als Konkurrenz begreifen! Auch Männer* müssen mit anderen Männern* das Gespräch über problematische Verhaltensweisen suchen und sie darauf aufmerksam machen, denn Feminismus ist nicht nur Frauensache. Außerdem – so eine Teilnehmer*in – sei Feminismus auch kein Bus. Das heißt: es sei zwar wichtig, das Gespräch zu suchen, aber letztendlich seien wir ein feministischer Richtungsverband, wer also mit Feminismus nichts anfangen könne, sei bei den Jusos auch nicht richtig. Diese selbstbewusste Haltung wollen wir auch in die SPD und die Gesellschaft hineintragen.
Die abschließende Feedbackrunde machte deutlich, dass viele Teilnehmerinnen* sich mehr Angebote wie die Frauen*vernetzung wünschen und sich gerne wieder treffen würden. Denn durch die Frauen*vernetzung werde einem erst bewusst, dass frau mit ihren Problemen nicht alleine sei und dass es kreative Lösungen gibt. Lisa, Amy und Lisa versprachen, dass sie die Ideen und Vorschläge des Tages in den Landesvorstand mitnehmen und weiter bearbeiten würden. Auch sie als Moderatorinnen* freuten sich, dass alle sich sehr aktiv eingebracht hatten. “Insgesamt war der Tag ein voller Erfolg.”, so die Veranstalterinnen.
Den Kopf voller neuer Ideen, Inspirationen und Eindrücke machten wir uns dann wieder zurück auf den Weg nach Osnabrück. Wir haben viele tolle Genossinnen* kennengelernt, die wir auch in Zukunft hoffentlich wieder sehen werden. Das Patriarchat kann sich 2019 warm anziehen!

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