Jusos Osnabrück fordern überarbeitetes Hitzekonzept und Sofortmaßnahmen.
Die historische Hitzewelle hat auch in Osnabrück gezeigt: Gegen Extremhitze sind wir unvorbereitet. Extremtemperaturen betreffen die ganze Stadtbevölkerung von Jung bis Alt. Schüler müssen vorzeitig hitzefrei bekommen, Krippen und Kindergärten leiden und Rentner stehen vor dem Hitzeschock.
Die Stadt Osnabrück ist nicht in der Lage, dem zu begegnen. Die Innenstadt ist versiegelt, es fehlt ein flächendeckendes Netz aus Trinkwasserbrunnen und Sprühnebelduschen.
Maßnahmen wie die Kühle Karte oder das Hitzetelefon sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein, die den richtigen Hitzeschutz nicht ersetzen. Denn eine Karte kühler Orte ist hilfreich, ersetzt aber keine kühle Stadt. Hier ist die Stadt gefordert, aktiv zu werden und nicht nur zu verwalten.
Das Klimaanpassungskonzept stammt aus dem Jahr 2017 – aus einer Zeit vor den jüngsten Rekordsommern und vor dem Bundes-Klimaanpassungsgesetz, das seit Juli 2024 die konsequente Anpassung bis auf die kommunale Ebene vorschreibt.
Die Stadt bleibt bei elementaren Maßnahmen nicht nur zu unverbindlich und zu langsam, sondern schafft neue, nicht hitzetolerante Orte. Sinnbild dieser Fehlplanung ist der frisch umgebaute Ledenhof: über 50 Grad heißer Asphalt statt Schatten und Grün – mitten in der Innenstadt.
Hitzeschutz ist nicht nur Bevölkerungsschutz, sondern auch eine soziale Frage. Wer in einer aufgeheizten Dachgeschosswohnung auf kleinstem Raum lebt oder in einem schlecht isolierten Haus ohne Grünfläche, ist der Hitze am stärksten ausgeliefert.
Wenn dann auch noch Schwimmbadpreise durchweg zu hoch sind und die Stadt ungenügend viele Abkühlungsmöglichkeiten bietet, ist man der Hitze schutzlos ausgeliefert. Es kann nicht sein, dass Leute zur Abkühlung einen klimatisierten Einkaufsladen betreten müssen.
Es ist sicherlich im Interesse der Oberbürgermeisterin und somit der Verwaltungsspitze konkret folgende Maßnahmen unverzüglich umzusetzen:
1. einen Hitzeaktionsplan
2. eine verbindliche Entsiegelungsoffensive (die nach dem Schwammstadt-Prinzip zu gestalten ist)
3. eine Stadtbaum-Offensive mit 10.000 Bäumen bis 2035 (statt der jährlichen 200 Baumneupflanzungen, die keinen Netto-Zuwachs ermöglichen)
4. verbindliche Dach- und Fassadenbegrünung (mit Selbstklimmern und Fassadensystemen)
5. ein flächendeckendes Netz öffentlicher Trinkbrunnen und Sprühnebelduschen (nach dem Beispiel der Stadt Wien)
Die nächste Hitzewelle ist nur eine Frage der Zeit. Wir müssen in Osnabrück dem Klimawandel begegnen und die Stadt lebenswerter und sicherer gestalten. Bäume retten Leben.

