Konstruktives Handeln statt Schuldzuweisungen!

Die Jusos im Landkreis und der Stadt Osnabrück kritisieren, dass zu viele Schutzsuchende an den lokalen Frauenhäusern abgewiesen wurden. „Das Fehlen von Plätzen in den beiden Frauenhäusern in der Region Osnabrück ist besorgniserregend. Sobald eine einzige Person zurück in eine Wohnung oder in ein Umfeld müsse, in der sie unter anderem von häuslicher Gewalt bedroht wird,  ist es bereits ein ernstzunehmendes Problem“, stellt Besian Krasniq, Juso aus dem Landkreis, fest. Allein in Bersenbrück wurden 2018 45 Frauen abgewiesen, in Osnabrück wurden insgesamt 483 Menschen verwiesen. „Dieser Zustand ist alarmierend“, warnt der Bersenbrücker weiter.

Der Schutz der Familie hat in Deutschland Verfassungsrang. „Gerade der Schutz derjenigen, die sich nicht wehren können, ist eine Kernaufgabe der Sozialdemokratie. Hier müssen die Landkreis SPD und die Stadt SPD zwingend handeln.“, fordert Lina-Johanna Exner, stellvertretende Vorsitzende der Jusos Osnabrück-Stadt. „Gleichzeitig sollten wir darauf achten, dass der Staat die körperliche Unversehrtheit der Bürger*innen schützt und auf die Gleichberechtigung der Geschlechter hinwirkt“, so Exner weiter.

„Die gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen Stadt und Landkreis helfen niemandem weiter“, gibt Yannick Moormann, stellvertretende Vorsitzende der Jusos aus dem Landkreis, zu bedenken. „Es ist nicht in Ordnung, sich auf dem Rücken der Betroffenen zu profilieren. Viel eher ist es notwendig, dass die Stadt und der Landkreis endlich gemeinsam an einem Strang ziehen und ihre Gräben überwinden. Wir müssen als Region in dieser Sache zusammen arbeiten und dürfen die Schuld nicht immer beim anderen suchen. Dieses Thema ist viel zu wichtig dafür“, führt Moormann aus. Die Jungsozialist*innen  stellen auch fest, dass viele Frauen aus dem Landkreis, im Frauenhaus in Osnabrück Schutz suchen. Die Arbeit der Frauenhäuser sei unerlässlich, gerade da sie Menschen Schutz bieten, die in ihrem intimsten Lebensbereich Gewalt gegen sich und ihre Kinder fürchten müssen. „Schließlich werde eine Gesellschaft auch daran gemessen, welche Möglichkeiten sie denjenigen gibt, die sich solidarisch mit den Schwächsten zeigen“, merkt der stellvertretende Bezirksvorsitzende Moormann noch an.

Die Jungsozialist*innen aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück fordern eine stärkere finanzielle Unterstützung der Frauenhäuser, die stark auf Spenden angewiesen sind. Hier seien Kreistag und Stadtrat in die Pflicht zu nehmen, um die Frauenhäuser finanziell zu entlasten. Neben einer stärkeren finanziellen Förderung der Frauenhäuser, könnte auch mehr bezahlbarer Wohnungsraum die Situation für schutzsuchende Menschen entlasten. „Die Stadt täte gut daran, sich endlich mehr für den sozialen Wohnungsbau einzusetzen. Es ist ein erschreckender Zustand, dass viele Frauen über einen längeren Zeitraum im Frauenhaus verweilen müssen, weil sie keine Unterkunft finden“, zeigt sich, die stellvertretende Vorsitzende der Osnabrücker Jungsozialist*innen, Melora Felsch enttäuscht. „Die SPD-Stadtratsfraktion hatte mit der Wohnungsbaugesellschaft bereits eine Idee, dies zu lösen, welche von der CDU fälschlicherweise wieder eingestampft wurde. Wir erwarten uns vom gesamten Stadtrat nicht nur Worte sondern auch Taten“, so Felsch.